Martine Lestrat: Kleine Geschichten, die guttun

Herzerwärmende Erzählungen aus Worten und Bildern. Mit Geschichten, Elfchen und Fotos zu Themen, die uns im Alltag begegnen, und mit Fotos von Herzen, die hier und da in der Natur auf ihre Entdeckung warten. Lassen Sie sich von der Stimmung dieses Buchs anstecken. Es wird Ihnen guttun. Versprochen.


Martine Lestrat

Kleine Geschichten, die guttun

Blick ins Buch

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Vorwort

Wie kam es zu diesem Buch?

Immer wieder fallen mir kurze Geschichten und Elfchen ein, die nicht in eine Fortsetzung meines ersten Buchs „Bonjour Deutschland!“ passen würden, weil sie nichts mit meinem Leben als Französin in Deutschland zu tun haben.

Einige dieser Texte habe ich schon bei Lesungen vorgetragen oder in den sozialen Medien gepostet und festgestellt, dass sie Menschen berühren. Außerdem wünschten sich Leserinnen und Leser einen Band mit Fotos von den Herzen, die ich hier und da in der Natur entdecke und als Collagen auf Facebook und Instagram zeige. So entstand die Idee des Buchs „Kleine Geschichten, die guttun“. Mit Erzählungen in Worten und in Bildern.

Auch in diesem Buch wollte ich – entgegen der Rechtschreibregeln – „Du“, „Ihr“ sowie die entsprechenden Possessivpronomen großschreiben. Wenn ich „Deine“ oder „Euch“ verwende, verbinde ich damit Respekt und Würdigung und möchte zeigen, wie wichtig mir die Menschen sind, über die ich schreibe.

Nun hoffe ich, dass meine Kurzgeschichten, Elfchen und Fotos DAS erfüllen können, was der Titel verspricht. Dass sie Ihnen guttun werden.

Viel Freude beim Lesen und Schauen!


Martine Lestrat


Eine schöne Geschichte

Bei einem Spaziergang vor einiger Zeit begegneten mir drei Frauen. Ungefähr in meinem Alter, vielleicht etwas jünger. Mit fielen sie auf, weil sie auf mich wunderschön wirkten, wie sie so nebeneinander hergingen. Eine Schwarzhaarige, zwei Blonde mit kurzen und mittellangen Haaren.

Ich ging an ihnen vorbei, dachte nein, nein, Du sagst nichts, drehte mich dann doch um und teilte den Frauen mit: „Entschuldigung … ich wollte Ihnen sagen … als ich Ihnen vorhin entgegenkam … ich fand Sie so schön! Ich finde, Sie passen sehr gut zusammen! Sie sind so unterschiedlich und ergänzen sich wunderbar. Ich wollte es Ihnen zwar nicht sagen, aber ich konnte es doch nicht für mich behalten. Es musste raus.“

Die drei Frauen reagierten zuerst etwas überrascht, guckten sich an, fingen an zu lachen und bedankten sich. Dann trennten wir uns und gingen in unterschiedliche Richtungen weiter.

Später in einem Laden an der Kasse grüßte ich die Kassiererin und verabschiedete mich freundlich von ihr. Eine Frau hinter mir in der Schlange schaute mich lächelnd an. Ich lächelte zurück und fragte sie, ob wir uns kennen würden. „Nein“, antwortete sie, „aber Sie waren so nett eben.“

Ich ging weiter und hörte sie zu der Kassiererin sagen: „Ja, ich fand sie wirklich sehr nett. Ich denke, man kann es den Leuten doch sagen, wenn man sie nett findet, oder?“

Ich war fast schon an meinem Auto, ging aber dann doch zurück zu der Frau, erzählte ihr von meinem Erlebnis mit den drei Frauen und ergänzte: „Und jetzt das mit Ihnen.“ Die Frau lachte und meinte: „Ja, jetzt bekommen Sie es zurück.“

Ich wünschte ihr eine ebenso tolle Rückmeldung, und wir verabschiedeten uns voneinander. Beide lächelnd.

Was für eine schöne Geschichte, dachte ich. So schön kann das Leben sein!


Fokussiertes Schreiben

Verzaubern die Menschen

Berühren und beruhigen mich

Entspannung

Ein Elfchen ist ein kurzes Gedicht mit einer vorgegebenen Form. Es besteht aus elf Wörtern, die in festgelegter Folge auf fünf Verszeilen verteilt werden. (Wikipedia)


Herzen in Corona-Zeit

Auch mich erwischte Corona.

Nicht gesundheitlich – zum Glück, aber finanziell.

Im Frühling und im Sommer 2020, als die Corona-Pandemie Deutschland erreicht hatte, wurden zahlreiche Maßnahmen getroffen, um der Verbreitung des Covid-19-Virus entgegenzuwirken. Eine dieser Maßnahmen war das Verbot öffentlicher Veranstaltungen. Deshalb wurden meine geplanten Lesungen eine nach der anderen abgesagt oder verschoben. Ich fand es vernünftig, denn das Publikum sitzt dabei dicht beieinander, und die Ansteckungsgefahr wäre zu hoch gewesen.

Wie für die meisten anderen Kunstschaffenden war diese Zwangspause für mich als selbstständige Buchautorin problematisch: Keine Lesung bedeutete nämlich nicht nur kein Honorar, sondern auch keine verkauften Bücher und keine Anschlussaufträge.

Die durch die verordnete Kontaktsperre frei gewordene Zeit konnte ich leider nicht zum Schreiben nutzen. Mir war einfach nicht danach.

Während der ersten Pandemiewelle fiel ich in ein depressives Loch. Ich ging kaum raus. Nur für wichtige Termine oder zum Einkaufen. Irgendwann schaffte ich es jedoch, wieder kleine Spaziergänge zu unternehmen. Dabei entdeckte ich hier und da, auf der Straße, im Wald oder auf Wegen, Steine, Blätter oder Rindenstücke von Bäumen, die wie Herzen geformt waren. Sogar auf der Straße fand ich Herzmotive: als große Kopfsteinpflasterstücke oder als Miniherzchen im Straßenbelag. Ich freute mich jedes Mal.

Und so entdeckte ich ein früheres Hobby wieder neu: das Fotografieren. Diesmal waren meine Motive … Herzformen in der Natur. Einige Bilder postete ich auf Facebook. Und siehe da, ich bekam positive Rückmeldungen, die mir wiederum sehr guttaten. Die „herzlichen“ Grüße verfehlten in dieser schwierigen Zeit ihre Wirkung nicht. Später arrangierte ich die Fotos zu Collagen und Postkarten. Die „Herzlichkeiten der Natur“, wie eine Kollegin sie nannte, brachten mich auf andere Gedanken. Sie waren ein Lichtblick in meinem Tagesablauf und halfen mir, aus meinem Stimmungstief herauszukommen.–


Das Buch ist als Taschenbuch und gebundene Ausgabe im Buchhandel erhältlich.


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