Tief unter dem Eis der Alpen beginnt der Countdown für die Menschheit.
Bad Wiessee, 2030: Was als hochkarätiges Sicherheitstreffen der Weltelite beginnt, wird binnen Sekunden zu einem Schlachtfeld. Ein unsichtbarer, technologisch überlegener Feind – die Anacon – überrennt den Bunkerkomplex. Ihr Ziel ist kein Lösegeld. Sie wollen das wertvollste Gut der freien Welt: die Geheimnisse in den Köpfen ihrer Anführer.
Mittendrin die junge Gebirgsjägerin Cassandra Wolf. Gemeinsam mit einer zusammengewürfelten Eliteeinheit unter dem Kommando des unterkühlten Colonels Canaris kämpft sie sich durch ein Labyrinth aus Stahl und Verrat. Während die Soldaten gegen gnadenlose Kampfroboter und Drohnenschwärme ums Überleben ringen, bereitet die Wissenschaftlerin Dr. Suzanna Cheng im Hintergrund eine verzweifelte digitale Gegenoffensive vor.
Denn in den Schatten von Ebene 57 ist der Countdown für Xerus bereits aktiviert – eine orbitale Waffe, die das gesamte Leben auf der Erde mit einem einzigen elektromagnetischen Schlag zurück in die Steinzeit katapultieren könnte.
Ein hochbrisanter Military-Thriller über die Grenzen der Technik, den Preis der Loyalität und eine junge Frau, deren Zeigefinger am Abzug über das Schicksal unserer Zivilisation entscheidet.
Blick ins Buch
© Elvea 2026 | Alle Rechte vorbehalten! | Empfehlung Lesealter: ab 18
Eisiger Wind blies der Soldatin Cassandra Wolf ins Gesicht. Die junge Frau zog sich die Sturmhaube über Mund und Nase. Ihre Augen waren hinter der Skibrille verborgen, während ihre Kameraden in den aufgebauten Iglus lagen. Nach dem langen und kräftezehrenden Aufstieg schliefen die Ersten bereits. Sie war von Feldwebel Schuster für die erste Wache dieser Nacht eingeteilt worden, nur dreißig Kilometer Luftlinie von ihrer heimatlichen Kaserne entfernt. Sollten die Österreicher heute Nacht nicht einen spontanen Überfall auf Deutschland planen, so konnte man wohl von einer ruhigen Nacht ausgehen.
Cassandra war schon immer besonders gewesen. Ihr empathisches Empfinden erwies sich bei manchen Entscheidungen als nützlich, doch manchmal hemmten ihre Gefühle sie in ihren Gedanken, wenn sie diese nicht eindeutig zuordnen konnte. Trotz allem verrichtete sie ihre Aufgabe hervorragend. Sie und ihre Gruppe hatten den Auftrag, das unwegsame Gelände der Mangfall Mountains zu erkunden und dabei ihre Fähigkeiten für den Ernstfall zu trainieren. Wenn sie dieses Training absolviert hatten, würden sie vollwertige Mitglieder der stolzen 349. Gebirgsjägereinheit sein.
»Soldat Wolf?« Cassandra drehte sich um, blickte dabei in die Augen ihres Gruppenführers und deutete einen militärischen Gruß an. Genau wie sie trug er einen weißen Tarnanzug. Hier draußen war der Umgang miteinander nicht ganz so streng wie in der Kaserne. Außerdem ahnte niemand ihrer Kameraden, dass sie beide ein Paar waren. Feldwebel Bernd Schuster war gut zehn Jahre älter als sie – ein attraktiver Mann in den besten Jahren seines Lebens. Cassandra war eine junge Frau auf der Suche nach der großen Liebe gewesen und hatte schon am Anfang ihrer Laufbahn so manche Fantasie in ihren Träumen mit ihm geteilt. An den langen Wochenenden, wenn die Kameraden zu ihren Familien fuhren, übermannte sie oft die Einsamkeit. In diesen Stunden hatte sie den attraktiven Feldwebel näher kennengelernt. Sie waren heimlich ein Paar geworden, verborgen vor der Öffentlichkeit und ihren Vorgesetzten.
»Melde gehorsam: keine besonderen Vorkommnisse!«, rief sie knapp und versuchte dabei, das Klappern ihrer Zähne zu unterdrücken. Trotz der Winterkleidung waren die Nächte rau, und die eisige Kälte schnitt in ihr gerötetes Gesicht.
»Sehr gut. Und? Schon durchgefroren?«
»Nein, Herr Feldwebel«, log Cassandra mit einem breiten Grinsen. Feldwebel Schuster fiel es trotz ihrer innigen Beziehung nicht schwer, die Form zu wahren. Seine Erfahrung sagte ihm jedoch, dass sie ihn anlog. Er war von ihrer Antwort nicht überzeugt.
»Ich werde Ihnen jemanden zur Ablösung schicken, nicht dass Sie mir hier noch erfrieren.«
»Mir ist nicht kalt«, versicherte Cassandra. Es gab ein ungeschriebenes Gesetz unter Gebirgsjägern: Man klagte niemals über das Wetter. Dies galt besonders für sie als Frau, die sich gegen ihre männlichen Kollegen behaupten musste. Jedes Mal, wenn man versuchte, es ihr leichter zu machen, wurde es für sie in Wirklichkeit nur schwerer.
»Gut. Ich lasse Sie bald ablösen. Heute Nacht herrscht wirklich kein gutes Wetter.« Der Feldwebel wollte sich gerade umdrehen, als ein dumpfer Knall ihre Aufmerksamkeit erregte.
»Was war das?«, fragte Schuster.
»Klang wie eine Explosion. Eine Lawine?«
In kurzer Abfolge waren weitere Explosionen zu hören. Unter dem Nebel im Tal konnten sie orangefarbene Lichtblitze erkennen.
»Ein Flugzeugabsturz oder eine Übung?«
»Nein, mir ist nichts bekannt. Das hier ist etwas anderes. Das sollten wir uns ansehen. Soldat Wolf, wecken Sie die Gruppe!«
»Zu Befehl, Herr Feldwebel.« Ein ungutes Gefühl beschlich Cassandra. Sie salutierte kurz und weckte ihre Kameraden, von denen einige bereits durch die dumpfen Explosionen aus dem Schlaf gerissen worden waren.
Cassandra erinnerte sich an ihre Ausbildung. Nach der Grundausbildung hatte sie sich zu den Gebirgsjägern versetzen lassen. Die Kameraden ihrer Einheit respektierten die zierliche Soldatin von Anfang an. Sie war eine ausgezeichnete Skifahrerin und hatte ihren Kameraden manchen Trick beigebracht, um die Bretter auch im Tiefschnee zu beherrschen. Aufmerksam schweifte ihr Blick nun ins Tal. Hier oben, auf dem »Dach der Welt«, fühlte sie sich dem Himmel so nah wie nie zuvor – eins mit der Natur und frei vom Lärm der zivilisierten Welt. Ihre Gedanken waren im Fluss; das Chaos in ihrem Kopf schien sich hier oben zu ordnen…
Das Buch ist als eBook und Taschenbuch bei AMAZON erhältlich.



























