Christopher Eagle: Aurum 9 – Im Bann der Stille

Ein Thriller über Identität, Vertrauen und die Macht des Unterbewusstseins.

Als Viktor eines Nachts eine verwirrte Frau auf der Straße findet, ahnt er nicht, dass Lena einst eine investigative Journalistin war – und das Ziel einer mächtigen Organisation. Ihr Gedächtnis wurde gelöscht, ihre Vergangenheit liegt im Dunkeln. Doch Bruchstücke kehren zurück: ein geheimer Orden namens Ordo Vexillum, eine verschwundene Schwester, ein Labor tief unter der Erde – Aurum 9.

Gemeinsam decken sie eine Verschwörung auf, die bis in die höchsten Kreise reicht.

Während Viktor und Lena sich näherkommen, geraten sie in ein Netz aus Verrat, Manipulation und tödlicher Wahrheit. Ein Maulwurf im Verfassungsschutz, ein Graf mit dunkler Vergangenheit, und ein Symbol, das präzise wie eine Uhr tickt.

Sie führen einen aussichtslosen Kampf gegen das Böse und gegen sich selbst. Doch als alles vorbei scheint, erreicht Lena ein Brief. Kein Wort. Nur ein Zeichen.


Blick ins Buch


Aurum 9 – Im Bann der Stille
Die Sonne war längst untergegangen, doch die Hitze des Tages hing noch schwer über der Landstraße. Staub wirbelte auf, als ein alter Volvo vorbeifuhr, das Radio spielte leise Jazz. Der Fahrer, Mitte vierzig, mit müden Augen und einem Blick, der zu viel gesehen hatte, bemerkte die Gestalt erst im Rückspiegel. Verdammt, was war das?

Eine junge Frau, barfuß, mit zerrissenem Kleid, taumelte am Straßenrand entlang. Ihre Haut war von Kratzern übersät, ihr Blick hastete hin und her, als würde sie verfolgt werden. Der Mann fuhr zuerst weiter, zögerte, fluchte leise und hielt schließlich doch an.
»Alles in Ordnung?«, fragte er, als er ausstieg. Die Frau antwortete ihm jedoch nicht. Nur ein starrer Blick. Sie schien nicht zu wissen, wo sie war. Sie wirkte völlig verloren.
»Wie heißt du?« Stille. Ihr Blick änderte sich nicht. Sie schien ihn überhaupt nicht wahrzunehmen. Starrte einfach nur ins Leere. Viktor fluchte leise. Er hatte sich auf einen entspannten Abend gefreut. Nach dem heutigen Tag hatte er keine Lust auf weitere Komplikationen und das hier sah verdammt nach einer Komplikation aus.
Er sah sich um. Keine Tasche, kein Handy, nichts womit er ihre Identität hätte feststellen können. Nur sie, allein auf dieser Straße, wie aus dem Nichts gefallen. Und sie sah bei Weitem nicht so aus, als wäre sie freiwillig in dieser Lage.

Noch immer stand sie zitternd einfach vor ihm, weit weg von jeder Realität. Er zog seine Jacke aus und legte sie der Frau um die Schulter. Er hasste es, sich in fremde Angelegenheiten einzumischen, doch einfach hier stehen lassen, konnte er sie ja wohl schlecht. Viktor nahm sie mit in sein Auto. Zu seiner eigenen Überraschung ließ sie sich von ihm auf den Beifahrersitz setzen und anschnallen.
Die Neonlichter des Krankenhauses tauchten die Nacht in ein kaltes, steriles Blau. Der Mann, sie wusste nicht, wie er hieß, hatte sie wortlos durch die Eingangshalle geführt, eine Hand schützend an ihrem Rücken. Sie fühlte sich wie ein Schatten ihrer selbst, als wäre sie nur eine Hülle, die sich bewegte, weil jemand sie schob. Sie nahm alles um sich wahr, doch sie konnte nicht reagieren. Alles, was sie tat, war mechanisch, mehr ein Reflex.
»Sie scheint verwirrt zu sein. Bis jetzt hat sie kein Wort gesprochen. Keine Papiere, kein Handy. Ich habe sie in diesem Zustand auf der Landstraße gefunden«, sagte er zur Schwester am Empfang. Sein Ton war ruhig, aber man merkte ihm an, dass er anfing, sich Sorgen zu machen. Zu einem um die fremde Frau, zum anderen, weil er genau wusste, dass nun die Bürokratie zuschlagen würde.
Die Ärzte untersuchten sie, stellten Fragen, auf die sie keine Antworten hatte. Ihr Name? Ihre Adresse? Was war passiert? Sie zuckte nur mit den Schultern, starrte auf die weißen Wände, als könnten sie ihr Gedächtnis zurückbringen. Letztendlich hatten die Ärzte keine andere Wahl, sie informierten die Polizei. Es gab keine Meldung über eine vermisste Person, deren Beschreibung auf die Frau zutraf. Die Polizisten überließen sie weiter der Obhut der Ärzte und wollten sich melden, wenn sie etwas Neues wüssten.
»Sie hat ein Tattoo im Nacken«, sagte der Mann später, als er mit einem Arzt sprach. Als er seine Jacke von ihren Schultern genommen hatte, hatte er es bemerkt. »Ein Symbol. Vielleicht hilft das weiter. Man könnte es ja mal durch die einschlägigen Datenbanken schicken.«

Das Buch ist als eBook und Taschenbuchbei AMAZON erhältlich.


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