Nikolas Kipfel ist ein – Körper-Zombie! Jetzt denkst du, er frisst Gehirne. Stimmts? Keine Angst! Dem Niko dürstet nicht nach Blut. Er hat nur Tics.
Dumm nur, dass sein Körper darum oft anders tut, als er will. Der Niko fühlt sich gefangen. Wie die Marionette eines Puppenspielers. An Schnüren baumelnd. Die Arme wackeln. Der Kopf ruckt. Dazu ruft sein Mund kauzige Laute. Einfach so.
Gegen die fiesen Kinder in der Klasse kann der Bub auch nicht an. Die boxen den Niko, dass die Angst ihn plagt.
Ausgerechnet am Tag vor seinem elften Geburtstag, kommt der Bub ins Krankenhaus. Für fünf lange Wochen. Was ist das Tourette? Und: Warum schlüpft ein Küken in Mama Kipfels Backofen?
Eine wahre Geschichte über Mut, Freundschaft und die Magie des Lachens!
Evelyne Mayer
Niko – Einfach ein Tic anders
Blick ins Buch
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Unter dem Pseudonym Autorin mit Herz stellt sich Evelyne Mayer auf ihrer Autorenseite vor. 1981 geboren, wuchs sie am Land voller Trubel und Schabernack auf. Bandenkriege, Angelausflüge am Karpfenteich und Märchenstunden für die kleinen Cousinen standen an der Tagesordnung.
Mittlerweile lässt sich die dreifache Mutter von ihren eigenen Kindern inspirieren. Auch von den Bewohnern ihres kleinen Zoos: Hunde, Katzen, Hühner, Riesenschnecken … Nach ihren Erstlingswerken: Kunterbunte Kinderträume und Irmi und das Geheimnis der Blumenfee, erschienen mit Unterstützung des ELVEA Verlages weitere zauberhafte Bücher. Das Sommerabenteuer Mission Frankenhuhn und die Geschichte eines urlaubsreifen Christkindes: Das Christkind macht Urlaub.
»Familie und Bücher schreiben ist wie ein Regenbogen nach dem Gewitter«, sagt sie. »Es lässt mich staunen und macht mein Leben traumhaft bunt!«
Ihr Lieblingsmotto lautet: Du kannst dir nicht immer aussuchen, was in deinem Leben passiert. Aber du kannst entscheiden, wie du damit umgehst.
Für das Kind, das aus der Reihe tanzt. Bleib, wie du bist. Die Welt strahlt bunt wie ein Regenbogen.
Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau, Indigo, Violett.
Und sie funkelt wie das Licht von tausend
Nur weil es dich gibt!
In Gedenken an LIVIA.
Du bist für immer in unseren Herzen.
Tanze bei Tag als Schutzengel durch die Wolken und funkle in der Nacht mit den Sternen um die Wette. So kommen wir auch in großer Not nie vom Weg ab.
Widmung
Die Geschichte vom kleinen Nikolas beruht auf Tatsachen. Name, Ort und Zeit sind frei erfunden.
Dank für die Inspiration zu Inhalt und Handlung gebührt:
Meinem tapferen Sohn Dominik Mayer.
Hermann Krämer und seiner Tourette-Syndrom Facebook Gruppe.
Und meinen Herzensmenschen der Tourette Selbsthilfegruppe Wien:
Jakob, Constantin, Dominik – den kleinen Kämpfern. Und den großen Kämpfern und Unterstützern, Edith & Janos, Birgitt & Michael, Elisabeth, Margarete, Gabi & Manuel, Ewald & Christa, Reinhard, Susanne & Bernhard, Sabine, …
DANKE, für die Erlaubnis, eure Geschichten einzuweben.
DANKE, für euer Vertrauen.
DANKE, für euren Zuspruch.
DANKE, für die Kraft, die ihr mir gebt.
DANKE, für den Mut, den ihr mir schenkt.
Ohne euch fehlten mir die Worte.
Erst am Ende der Reise erkennt man den wahren Wert des Erlebten.
Und, ob das Gute schlecht und das Schlechte gut vonstattenging.
Kapitel 1
Nikolas Kipfel
Hallo! Schön, dass du vorbeischaust. Willkommen im Zuhause von Familie Kipfel. Hörst du bei dir daheim auch das Konzert aus dem Wald? Das Musizieren und das Singen der Tiere? Ich wünsche es dir. Das Tal, in dem die Kipfels leben, das ist wahrlich voller Magie. Ringsum klingt es wundersam. Nicht nur Meisen und Amseln trällern ihr Lied im Morgenrot.
Der Rehbock buhlt laut um die Gunst der Ricken. Hasen hopsen mit den langen Läufen über die wild wuchernden Wiesen. Sie jagen einander und schlagen vergnügt Purzelbäume hinein in das Gestrüpp. Der Kuckuck ruft. Der Specht klopft an die Borke. Käfer brummen.
Igel fauchen. Und Mäuschen piepen unter den knotigen Wurzeln der Baumriesen.
Auch Salamander huschen dort durch das Laub. Ihr geheimer Pfad führt sie wendig am plätschernden Bach entlang. Vorbei an einem Kater. Der angelt und klagt dabei sein Leid: „Miau!“
Die Kipfels nennen den Moppel Tiger. Leider ist der Kater nicht so geschickt, wie sein Namensvetter. Wieder und wieder patscht seine Pfote vergebens in das kühle Nass. Doch die Fischlein wollen nicht in die Falle. Sie blubbern bloß keck. Der Tollpatsch hat genug. Er leckt sich trocken. Sein leerer Magen knurrt.
Darum trapst der Kater nun mit wippendem Bauch raus aus dem Wald. Über die noch matschige Weide. Sofort springen die Schafe blökend um ihn herum. Der Morgen ist herrlich. Denn die Sonne reckt die warmen Strahlen mittlerweile in den Hof. Das magische Konzert schwillt an. Im Stall muhen die Kühe.
Und Hühner stelzen herum. Über Stock und Stein und die Reste vom Schnee. Sie picken in die Schneeglöckchen, auf der Suche nach Futter. Sie sind ohne Furcht und Eile. Denn am Gupf vom Mist kräht der Hahn. Er überwacht das bunte Treiben. Der Gockel ist wie ein Uhrwerk. Tag um Tag weckt sein Kikiki die Familie im Gehöft. Kaum knipst im Haus das Licht an, purzelt er herab. Zufrieden und heiser. Jetzt aber hurtig, Tiger! Auch der Hund bellt längst und fordert Einlass. Nicht, dass er die besten Happen vor dir frisst. Der Kater trapst los.
Die Tür springt auf. Flugs schlupft er unter den Hundebeinen durch, hinein in die Stube. Ja, hier bei Kipfels tickt noch vieles anders.
Leider ebenso ihr Nachzügler, der Niko.
Von klein an tict der Bub. Anders als seine beiden Schwestern. Anders als der Papa.
Anders als die Mama. Anders als die Oma oder der Opa Kipfel. Und anders als die Kinder in der Schule. Denn Nikolas Körper macht sich selbstständig. Wie? Das glaubst du nicht?
Doch, echt wahr!

Der Bub wird oft zur Marionette. Wie mit Schnüren gelenkt wackelt er herum. Warum das so ist? Das weiß Familie Kipfel nicht. Bislang wusste niemand Antwort. In dem Moment tict er leider auch. Zappelt, zuckt – ruft. Und der Blondschopf kann nix dagegen tun!
Trotz allem ist der Nikolas ein gewöhnlicher Bub. Er streitet mit den Schwestern. Weil die dolle Plagegeister sind. Chillt gern im Bett. Schmust mit den Hunden. Schlägt Salto im Trampolin. Fast wie ein Akrobat. Er räumt ungern sein Zimmer auf. Schaut Videos auf YouTube. Zockt auf der Konsole. Noch viel lieber daddelt er am Handy. Damit vernetzt er sich mit Freunden aus aller Welt. Mit ihnen spricht und schreibt der Bub, auf Englisch.
Oder er entdeckt fremde Länder auf der Karte. Das ist sein liebster Spaß.
Der Niko fühlt die Tics ab und an, bevor sie sichtbar werden. Als ein Drücken, Kribbeln. Jucken. Oder Kratzen. Wo genau? Na, in dem Körperteil, der ticen will. Der Versuch, es zu stoppen, klappt nie lange. Es kommt doch.
Wie bei einem Niesen. Manche Kinder denken, der Niko tut nur als ob. Darum rufen sie gemeine Sachen, wenn er tict. Wie: „Du magst ja nur im Mittelpunkt stehen!“ Oder: „Provozier uns nicht!“ Und: „Klappe, du Idiot!“
Erwachsene tun das auch. Die schimpfen den Niko: „Benimm dich nicht wie ein Baby!“
Dabei will er das ja nicht. Denn die Tics tun ihm oft weh.
Auch die Mama kriegt dumme Sprüche ab. „Kannst du dein Kind nicht erziehen?“, wird sie gerügt. „Das kommt vom Handyspielen!“
Im Gegenteil. Das Daddeln lenkt den Niko ab. Super gut schwächt es bei ihm die Tics.
Der Papa diskutiert nicht mehr. „Hat der Kasper noch immer kein Benehmen gelernt?“
Bei dergleichen Worten klappt Papa Kipfel längst die Ohren zu.
Probleme, die zieht der Bub an. Überall. Im Bus. Im Zug. Beim Einkaufen. In der Schule. Die Anna und die Livia helfen dem Bruder oft. Dazwischen gehen. Den Spott abkriegen. Das ist nicht leicht.
Der Niko weiß das. Doch was soll er tun?
Die Tics kann er nicht wegzaubern. Im Gegenteil. Bei Aufregung sind die noch übler. Oft kann er sich da nicht mal mehr bewegen. Oder kaum mehr sprechen. Wie versteinert ist er dann. Power off. Wie gern will er, wie alle Kinder, Freunde finden. Spielen. Unbeschwert lachen. Im Kino Filme gucken. Zu Partys eingeladen werden. Ja, sein Leben ist echt knifflig…
Das Buch ist als eBook, Taschenbuch und Hardcover bei AMAZON erhältlich.



























